DIE BEIDEN ERHEBUNGEN DES MONTE LEÃO



Fast in der Mitte der gesamten Westküste befindet sich am Ende der Baia da Murdeira, aus südlicher Richtung gesehen, die Erhebung des markanten Monte Leão- dem schlafenden Löwen- der mit seinem Bergcharakter bis zu 165 Meter empor ragt. Zum ersten Mal wird hier die Küste unterbrochen, da die Westseite des Leão mit seiner steilen und schroffen Steilwand bis hinunter in den atlantischen Ozean ragt.

Die Südseite des Leão wird durch seine charakteristische obere Felswand mit den zahlreichenden Aussparungen geprägt, die ihm  je nach Lichteinfall der Sonne eine wundervolle Ausstrahlung und Brillanz verleihen. Oben auf dem südlichen Bergrücken ist die höchste Erhebung von 165 Meter. Die Ost- und Nordseite sind von Schluchten und tiefen Einschnitten in das Bergmassiv geprägt, die sich teilweise bis unter Gipfelhöhe erstrecken. Gleich hinter dem Leão, nur durch ein Tal mit wunderschönem Flusslauf getrennt, befindet sich die zweite Erhebung des Leão. Diese ca.100 Meter hohe Erhebung hat mehr einen hügelartigen Charakter als der 165 Meter hohe Monte Leao. Wenn man beide Erhebungen aus der Ferne erblickt, erweckt wirklich der tatsächliche Eindruck, es könnte sich um die Gestalt eines liegenden Löwen handeln. Daher auch die Namensgebung dieser beiden Erhebungen an der Westküste der Insel.

DIE NORDSEITE DES MONTE LEÃO

Auf der Nordseite laufen die Bergkämme rechts und links an der einzigen großen Schlucht in der Ebene aus. Diese Schlucht teilt sich ebenerdig in zwei Hälften, die beide bis zur Mitte des Massivs empor führen. Der rechte Bergkamm (nordwestlich) führt direkt zum Gipfel des 165 Meter hohen Monte Leao hinauf. Allerdings wird der links gelegene Bergkamm öfter bevorzugt um zur Spitze des Berges zu gelangen. Das liegt daran, dass sich in der linken Schlucht ein Fischadlerhorst auf einem vorgelagerten Felsen befindet. Um dann zum Westkamm zu gelangen passiert man ein schmales Teilstück am Berg, von wo aus man fantastisch in beide große Schluchten einsehen kann. Auch in den Schluchten der Nordseite prägen die vorhandenen Wasserabläufe mit ihren Pflanzen und den verschiedensten Fels- und Steinformationen das Bergmassiv. Die Fischadler ziehen an der nördlichen Seite regelmäßig ihre Kreise am Himmel, und auch Steinlerchen sieht man an den auslaufenden Bergkämmen.

 


DIE OSTSEITE DES MONTE LEÃO

Auf der Ostseite befinden sich zwei Schluchten. Die erste im Südosten, welche sich bis über die Hälfte des Berges hochzieht, aber vorher teilt. In den ausgewaschenen Wasserabläufen wachsen die verschiedensten Pflanzen bis auf Gipfelhöhe. Auf dem Kammrücken der Südostseite kann man bis zum gezackten Bergkamm empor steigen, wo man eine schöne Aussicht auf die Baia da Murdeira hat.

Die zweite Schlucht im Nordosten ist die herausragende vom ganzen Bergmassiv. Sie führt in einem großen ausgewaschenen Wasserlauf bis fast unter den Gipfel. An der rechten und linken Flanke der Schlucht sind die verschiedensten Felsstrukturen zu sehen. In der Mitte wird sie durch eine Naturmauer unterbrochen, bevor sie sich fast bis unter den Gipfel zieht. Hier auf der sonnenabgewandten Seite des Massivs halten sich die dort zahlreich vertretenen Pflanzen wesentlich länger als auf den anderen drei Seiten des Monte Leão. Wer den mühsamen Weg die Schlucht hochzugehen nicht scheut, wird fantastische Eindrücke vom dortigen Pflanzenreichtum und den verschiedenen Felsformationen erleben.

 


DIE SÜDSEITE DES MONTE LEÃO

Die Südseite des Monte Leão ist eigentlich die bekannteste Seite des Berges, weil sie von Mudeira Village und Calheta Funda die meist fotografierteste des Felsenmassivs ist. An der Südwestseite erblickt man einen sehr großen Felsüberhang. Der nachfolgende sehr tiefe Einschnitt in Keilform verleiht ihm seine besondere Ausstrahlung. Je nach Sonneneinstrahlung entfaltet sich die volle Schönheit dieser Bergseite. Das ganze obere Bergmassiv ist markant und schroff, wogegen der untere Teil eine hügelige Form aufweist. Diese Kombination prägt das Gesamtbild der Südseite. Von der mit 165m höchsten Erhebung fällt der Südkamm in Richtung Osten ab, nachdem er den spitz gezackten Bergkamm überschritten hat.

Die dort vorhandenen Felsüberhänge, Felsvorsprünge und Höhlen werden von den Seevögeln bevorzugt als Nistplatz gewählt. Hier brütet auch der Rotschnabel- Tropikvogel im oberen Bereich der Felswand. Wüstenläuferlerche und Steinlerche sieht man recht häufig an den unteren Berghängen und im auslaufenden Bergbereich. Pflanzen kommen verstärkt im unteren Teil des Bergmassivs vor, meist dort, wo sich Wasserabläufe in den umgebenden Lavageröllfeldern gebildet haben.


DIE WESTSEITE DES MONTE LEÃO

Die Westseite des Monte Leão ist im vorderen Teil an der Südwestspitze dem Atlantik zugeneigt. Die großflächige Steilwand mit dem darunter liegenden Felsrelief ist normalerweise nur vom Meer aus einsehbar. Bei absolut niedrigen Wasserstand und gleichzeitiger glatter See kann man sie allerdings auch von den dort vorgelagerten Felsplatten einsehen.Auch diese bizarre und schroffe Wand mit ihren zahlreichen Einschnitten, Ausbuchtungen, Felsspalten und Höhlen wird von vielen Vögeln als Nistplatz genutzt. Auch ein Fischadleransitz ist auf halber Höhe der Wand gut zu erkennen. Von der Struktur her ist die Steilwand die filigranste und markanteste Felsformation des Monte Leão.

Der gesamte untere Teil, zusammen mit den beiden großen Aussparungen die wie ein Augenpaar wirken, erscheint wie ein großer Drachenkopf der sich dem Wasser zuneigt. Am Fuß des Felsen nagen die Urgewalten des Meeres unermüdlich, was man an den sehr großen Auswaschungen gut sieht. Das gesamte Massiv setzt sich dann in nördlicher Richtung fort. Dabei verliert der Westkamm immer mehr an Höhe, bis er schließlich in der Talsohle ausläuft. Die Erhebungen sind durch mehrere nach unten führende Einbuchtungen und Einsparungen unterbrochen. Dabei gibt es immer wieder starke Einschnitte am Berghang. Diese sind durch ablaufendes Regenwasser entstanden und setzen sich in der Ebene als Flussläufe weiter fort. Hier wachsen auch in der regenarmen Zeit noch die meisten verschiedenen Pflanzen, obwohl die Westseite relativ pflanzenarm ist, was durch die hier stark einfallende Sonneneinstrahlung bedingt sein kann.

Im unteren Teil nimmt der Westhang immer mehr einen hügeligen Charakter an. Nur eine Schlucht weist die Westseite vor, die sich auch bis kurz unter den Gipfel zieht.

Ansonsten wird das gesamte Umland bis hinunter zum Atlantik von einer wüstenhaften Landschaft umgeben, in der sich Lava-, Granit- und poröses Gestein sich mit diversen Pflanzen und Grasnarben abwechseln. Die Westseite des Monte Leão endet auf Höhe der kleinen vorgelagerten Insel (Ilhéu Rabo de Junco), wo auch die hiesigen Fischadler einen Adlerhorst auf der höchsten Erhebung errichtet haben.

 


AUF DEM WEG ZUM GIPFEL DES 165 METER HOHEN MONTE LEÃO

Für den Aufstieg kann man die unterschiedlichsten Routen wählen: entweder über die große Schlucht an der Ostseite oder den zwei Bergkämmen an der Nordseite. Der einzige direkte Weg zum Gipfel führt über den äußeren Nord-West-Kamm hinauf, wo am Ende des Anstieges sich der Vermessungsstein mit der eingelassenen Vermessungsmarke von 1967 befindet. In 165 Metern Höhe hat man einen Panoramablick in alle Richtungen:

Nach Süden die ganze Bucht der Baia da Murdeira und Calheta Funda,

im Osten die Hauptstadt mit den verschiedenen Erhebungen dahinter,

nördlich den direkten Blick auf die zweite Erhebung des Monte Leão, die Baia de Joaquim, Petinha mit der Hafenstadt Palmeira und den Monte Leste im Hintergrund.

 

Wenn man den Bergrücken in westlicher Richtung folgt, steht man direkt oberhalb der Steilwand mit Blick auf die vorgelagerte kleine Insel Ilhèu Rabo de Junco. Die Fernsicht hier oben ist natürlich immer stark wetterabhängig. Bei fantastischer klarer Sicht kann man fast die ganze Insel überblicken.

 


ZWISCHEN DEN BEIDEN ERHEBUNGEN DES MONTE LEÂO.

In der Ebene zwischen den beiden Erhebungen des Monte Leão ist ein Flußbett entstanden, hier wurden vom ablaufenden Regenwasser die Sandsteinplatten wunderschön ausgewaschen. Auch viele andere wunderschöne Sand-  und Basaltgesteinskulpturen kann man bewundern. Hier befinden sich in den Lavafeldern viele Nester der Wüstenlauf- und Steinlerche. Fischadlern, Falken und Wüstenraben ziehen hier ihre Kreise am Himmel. Auch hier haben sich neben endemischen Pflanzen viele weitere salzverträgliche, wie zum Beispiel das Jochblatt, angesiedelt. In der Blütezeit gibt es hier wahre Schmetterlingswiesen, die auch von vielen anderen Insekten heimgesucht werden. Ab dem Monat Mai bis zum nächsten Niederschlag hat alles ein wüstenhaften Charakter. Danach blüht hier von den verschiedensten Gräsern bis zum Oschergewächs alles wieder aufs Neue.

 

 


DIE ZWEITE ERHEBUNG DES MONTE LEÂO - KLEINER LEÂO

Sie ist wesentlich kleiner und niedriger im Aufbau des Bergmassivs. Im Gegensatz zum großen Monte Leão hat er mehr hügelartigen Charakter, da er von der Süd- und Nordseite her allmählich zum Gipfel ansteigt. Seine schönste Seite zeigt er im Osten. Dort sind seine Hänge mit tiefen Einschnitten versehen und die Flanken bizarr zerklüftet bis hinunter in die Ebene. Die Südseite hat eine wunderbare Einbuchtung ins Massiv, bevor der Südwest-Hang zum Gipfel führt. Der Weg hinauf ist nicht sonderlich anspruchsvoll  und der tolle Ausblick zur Meerseite hin ist fantastisch.

 

Vom Gipfel hat man dann einen herrlichen Ausblick auf das Nordmassiv des Monte Leão, der kleinen vorgelagerten Insel (Rabo de Junco), die Baia de Joaquim Petinha und Palmeira. Bei der Westseite fallen die Berghänge relativ steil ab und sind im oberen Bereich stark zerklüftet. Im mittleren Bereich befindet sich ein einzelner hervorstehender Fels, auf dem sich ein Fischadlerhorst befindet. Ein weiterer wurde von den hiesigen Adlern im unteren Teil des Westhangs auf einem Felsvorsprung errichtet. Auch der Rotschnabel-Tropicvogel und Turmfalken nisten in den vorhandenen Felsspalten und Löchern im Fels. Die gesamte Nordseite ist bis in größeren Höhen mit Felsbrocken und Geröll belegt, die ihr einen filigranen Eindruck verleiht. Im ganzen Gebiet um den kleinen Monte Leao herum findet man an den Wasserabläufen und in der Ebene die verschiedensten Pflanzenarten.

 


AUFLISTUNG DER ARTENVIELFALT UM DEN MONTE LEÃO

Alle hier aufgelisteten Tier- und Pflanzenarten sind in den einzelnen Rubriken fotografisch dargestellt sowie ausführlich dokumentiert. Sie finden die dementsprechenden Arten unter den Rubriken:

 

Wildpflanzen, Insekten und Vögel.

 


WELCHE PFLANZENARTEN WACHSEN HIER?

 

1. MESQUITE BAUM - Prosopis Juliflora

2. JERUSALEMSDORN - Parkinsonia Aculeata

3. FRANKENIE -Frankenia Laevis

4. GÄNSEDISTEL - Sonchus oleraceus

5. OSCHER - Calotropis Procera

6. HORNKLEE - Lotus sessilifolius

7. ASTERACEAE -ART - Villanova ?

8.  JOCHBLATT - Zygophyllum fontanesii

9.  JOCHBLATT - Fagonia lavevis

10. AMARANTHUS-ART - ?

11. ERD-BURZELDORN - Tribulus Cistoides

12. STECHWACHOLDER - ?

13. FRANKENIE - Frankenia hirsuta

14. FUCHSSCHWANZG. - Avera Javanica

15. SENNA - Senna italica

16. MITTAGSBLUME - Aizoon canariense

17. JOCHBLATT - Zygohyllum dumosum

18. JOCHBLATT - Fagonia cretica

19. JOCHBLATT - Tetraena simplex

20. ÄSTIGE SONNENWENDE - Helitropium erosum

21. HORNKLEE - Lotus subbiflorus

22. KOLOQUINT. - Citrullus colocynthis

23. TRAGANT - Astragalus mollissimus

24. LIPPENBLÜTLER - Salvia aegyptiaca

25. SODEN - Suaeda vermiculata

26. ...


 

Weitere 12 Pflanzenarten konnten noch nicht bestimmt werden.

 

ENDEMISCHE PFLANZENARTEN:

BRENNNESSELGEWÄCHS - Ortiga Forsskaolea KORBBLÜTLER - Pulicaria diffusa


 

Zum jetzigen Zeitpunkt wachsen 39 verschiedene Pflanzenarten am und um den Monte Leao.


 

WELCHE VOGELARTEN SIEHT MAN HIER?

1. FISCHADLER - Pandion haliaetus visarend

2. KAPVERDISCHER TURMFALKE - Falco alexandri

3. GROSSER BRACHVOGEL - Numenius phaeopus

4. ROTSCHNABEL-TROPIKVOGEL Phaethon aethereus

5. WÜSTENLÄUFERLERCHE-Alaemon alaudipes

6. WÜSTENRABE - Corvus ruficollis

7. STEINLERCHE - Ammomanes cinctura

8. KUHREIHER - Bubulcus ibis


 

WELCHE SCHMETTERLINGE UND INSEKTEN?

1. AFRIKANISCHER MONARCH -Danaus chrysippus

2. WEIßLING - Pontia glauconome

3. GROßER WANDERBLÄULING - Lampides boeticus

4. Art Distelfalter - noch nicht bestimmt

5. ZWEIFLECKIGER SCHMUCKKÄFER - Anissoda.......

6. RADNETZSPINNE - Argiope sector

7. MARIENKÄFER - Concinella

8. RAUPE - Danaus chrysippus

9. GRÜNE LUCHSSPINNE - Peucetia viridis

10. EUROP. HEUSCHRECKE - Heteracris littoralis


 

WAS KANN MAN AM KÜSTENABSCHNITT SEHEN ODER FINDEN??

 

Korallenstücke, Flügelmuscheln, verschiedenste Meeresschneckengehäuse, Portugische Galeeren, Seeigel, Kreiselschnecken, Seepocken, Napfschnecken

 

WAS GIBT ES HIER NOCH FÜR SEHENSWERTE NATURELEMENTE???

1. Ganz tolles bizarres Flußbett

2. Der trinkende Drache in Lebengröße (Rückwand des Monte Leão)

3. Schöne Flussbett-Skulptur

4. Vier verschiedene Fischadlerhorste

5. Einzigartige Lochstein-Formation

6. Sehenswerter Küstenabschnitt

7. Gipfel des 165 Meter hohen Monte Leao

8. Wunderbare Steilwand des Monte Leao


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Wir hoffen, Ihnen hat unsere kleine Führung um und auf dem Berg mit seiner Umgebung gefallen. So konnten wir hoffentlich viele nützliche Informationen an Sie übermitteln. Vielen Dank für Ihren Besuch auf unserer Webseite!

 

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