Landesinnere


LANDWIRTSCHAFTLICHE  NUTZUNG AUF DER INSEL SAL

Eine viel gestellte Frage von unseren Gästen: gibt es hier auf dieser Wüsten-Insel sowas wie Gemüse oder Obstanbau?

 

Wächst denn hier überhaupt irgendwas?

 

Es gibt auf unserer Insel eine sogenannte kleine  Landwirtschaft. Auf Grund von erheblichen Wassermangel wird sie fast ausschließlich von Privatpersonen betrieben. Zum größten Teil wird der Boden für den Eigenbedarf fruchtbar gemacht. Die hiesigen Kapverdianer pflanzen hier hauptsächlich folgende Gemüsesorten an:

  • Mais - Bohnen - Melonen vers. Kürbisarten und Tomaten. Andere Gemüsesorten die auf den anderen Inseln viel angebaut werden, fehlen hier wegen dem stetigen Wassermangel. Ab und zu kann man vereinzelt Zuckerrohr sehen.
  • Gewürze: Chili was hier zu Malagueta- Piri-Piri verarbeitet wird.
  • Obst: Hauptsächlich Papaya und Limetten. Auch Bananenstauden sieht man fast nur in den Hotelanlagen oder den Vorgärten der Kapverdischen Bevölkerung.

TIP: Wer sich mal einen kleinen Einblick in die hiesige Landwirtschaft auf unserer Insel verschaffen will, der sollte zur Kläranlage gleich hinter dem Friedhof von Santa Maria gehen. Dort kann man gut sehen wie alles landwirtschaftlich angelegt wird.

 

Dort wurden auch diese Aufnahmen von mir gemacht.

 


KLEINES KÜNSTLICHES BIOTOP BEI SANTA MARIA

Es handelt sich hier um ein kleines Biotop welches durch auslaufendes Süßwasser entstanden ist. Die Ausweitung der Fläche hängt immer sehr stark vom abgelassenen Wasser ab, zur Zeit hat es mehrere Quadratmeter. Es ist zum Eldorado für die vorhandene Vogelwelt geworden, vom Sperling bis zum Reiher kann man hier am frühen Morgen alles antreffen. Der Erhalt dieses Biotops, wäre für die ganze Vogelwelt sehr wünschenswert, denn nirgendwo trifft man so eine große Artenvielfalt wie hier an. Kuhreiher, Stelzenläufer Reiher und der Kapverdische Sperling wurden hier von Gerhard Böhm im Foto festgehalten.

 


DIE KAPELLE IGREIJA NOSSA SENHORA DE FÁTIMA

Wenn man von Santa Maria in Richtung Espargos fährt, erscheint auf der ersten Anhöhe links die kleine Kapelle (Igreija Nossa Senhora de Fátima), mit den alten zerfallenden Natursteinhäusern.

 

Von hier hat man einen weiten Blick nach Süden, über die Dünenlandschaft, Santa Maria und dem westlichen Algodoeiro.

 


ALGODOEIRO EINE OASE AN DER WESTKÜSTE

Umringt von Kalkstein-Plattenfeldern erscheint die grüne Oase von Algodoeiro. In zwei verschiedenen Flussläufen wachsen zahlreich alte Mesquitebäume und Palmenhaine um die dort angesiedelten Behausungen. Noch sehr alte Ruinen und Begrenzungsmauern aus Kalkstein geben dieser Gegend ihren gewissen Charme. Hier sind im oberen Flußlauf noch ältere Staumauern vorhanden, wo Regenwasser aufgestaut wird. Die heimische Vogelwelt ist auf wenige Arten beschränkt, zahlreich vertreten sind diverse Insektenarten.

 




DAS FRUCHTBARE TAL VON TERRA BOA

Wenn man von Buracona an der Westküste am Monte Leste die Pistenstraße in Richtung Ost fährt, kommt man direkt in das fruchtbare Tal von Terra Boa. Auf dieser, an den Seiten mit Mospuite-Bäumen bewachsenen Piste, fährt man mittig durch die weite Ebene bis man an einer aus Wellblech und Stein erbauten Ansiedlung kommt.

Im ganzen Tal werden große Flächen zur Landwirtschaft und Viehzucht genutzt. Jedes Jahr ab Juli werden die Ackerflächen von Hand bearbeitet, um dann den Samen in die Erde zu bringen. Ab August, wenn der erste Regen einsetzt, sind alle Ackerflächen bestellt. Es werden dort hauptsächlich Mais und Bohnenpflanzen angebaut, aber auch Melonen, Kürbisgewächse und verschiedenes Wurzelgemüse. Die Erntezeit fällt je nach Wachstum der Pflanzen in den späten Dezember bis Januar. In der Ebene sieht man öfters größere Herden von Ziegen und Schafen, sowie vereinzelte Kühe beim grasen. Ein großer Teil der angepflanzten Gewächse dient als Viehfutter, nur geringe Mengen gelangen in den öffentlichen Verkauf. Von August bis in den Dezember hinein sieht man hier die unterschiedlichsten Insektenarten. Kein anderes Gebiet auf der Insel weist so eine Vielfalt auf. Das ist auch die schönste Zeit, um in der Ebene ausgiebige Spaziergänge auf den kleinen Feldwegen inmitten einer herrlichen Landschaft zu unternehmen. Man hat ein wunderschönes Panorama mit den drei höchsten Erhebungen der Insel im Hintergrund. Alles ist saftig grün und blüht. Viele schöne Schmetterlinge flattern herum und überall zwitschern die kleineren Vogelarten. Desweiteren sieht man hier sehr tief angelegte Brunnen zur Bewässerung der Felder. Wer aus Richtung Espargos kommt, fährt an der ersten großen Neubau-Siedlung vorbei, an der kleinen Kapelle weiter rechts entlang, bis hinter der dortigen Wellblech-Ansiedlung.

 


DIE FASZINIERENDE WELLBLECH-ANSIEDLUNG IN TERRA BOA

Es gibt hier auf Sal zwei ganz verschiedene Wellblech-Ansiedlungen. Die eine befindet sich direkt hinter der Hauptstadt Espargos auf einer Hügellandschaft in nördlicher Richtung. Hinter der kleinen Kapelle beginnt die andere sehr weitläufige Ansiedlung im Tal von Terra Boa.

 

Beim ersten Eindruck sieht hier alles dreckig und vermüllt aus. Schrottreife Autos und überall die verschiedensten Wellblech-Konstruktionen neben gemauerten, meist nur halbfertigen Gebäuden ohne feste Dächer, erzeugen einen beklemmenden Eindruck. Die staubigen Straßen und Wege in der Ansiedlung tragen mit dazu bei, dass hier sich wirklich die ärmere Bevölkerungsgruppe der Insel eine Bleibe geschaffen hat. Wenn man hier ein wenig hinter die Kulissen blickt, stellt man fest, dass fast alle Wellblechverschläge zur Viehzucht genutzt werden und die  überall sichtbaren gemauerten Gebäude noch nicht mal ein festes Dach haben. Die meisten Dächer bestehen aus Wellblech oder gespannte Planen.

Die dort lebenden Kinder werden von zwei verschiedenen Kinderhilfsprojekten aufgefangen. Diese ermöglichen ihnen einen geregelten Schulbesuch, tägliches Essen und gesundheitliche Fürsorge. Der große Teil der älteren Bevölkerung findet auf Grund ihrer mangelhafter schulischer Ausbildung keine Arbeit. Trotzdem sind hier alle irgendwie glücklich und leben ihn scheinbarer Harmonie miteinander.

Die Stromversorgung wird durch einen Generator abgedeckt und das lebensnotwendige Wasser wird mit dem Wasserwagen gebracht. Einkäufe werden im fernen Espargos getätigt, wohin auch die Kinder von den beiden Organisationen zur Schule gebracht werden.

 

Sehr, sehr viele Touristen fahren an dieser Ansiedlung vorbei, nur die wenigsten halten hier, um sich einen objektiven Eindruck zu verschaffen.

 


DIE NUTZTIERE AUF DER INSEL SAL