PALHA VERDE UND DIE ANGRENZENDEN GRÜNEN OASEN


Früher, Anfang der neunziger Jahre, war es nur eine wüstenhafte Landschaft mit einem großen Flusslauf und ein paar vereinzelten Palmenhainen. Im Laufe der Jahre hat sich dies gewandelt. Durch den starken Bewuchs von zahlreichen Mesquite-Bäumen und den dortigen natürlichen Palmenbestand ist ein grüner Lebensraum für die hiesige Pflanzen und Tierwelt entstanden. Hier gibt es zwei verschiedene Jahreszeiten die diese Landschaft prägen. Nach den ersten Regenschauern, wenn das Flussbett die Wassermassen aus der Serra Negra zur Küste befördert, erwacht das Leben in Pahla Verde. Die kahlen Bäume erhalten ein neues Laubdach, Palmen erstrahlen und die Gräser sprießen aus der sandigen Erde. Drei verschiedene Pilzarten kommen zum Vorschein. Alle möglichen Insekten schlüpfen jetzt und die Kleinvögel bauen im unwegsamen Gelände ihre Nester. Die seltene Gottesanbeterin, Falter, Libellen und Heuschrecken-Arten sieht man jetzt vermehrt.

Ab Monat Mai verlieren dann die Bäume und andere Strauchgewächse aufgrund der starken Trockenheit ihr Blattwerk. Pahla Verde erscheint jetzt in einem ganz anderen Licht. Mittlerweile sterben immer mehr der älteren Palmen ab, weil ihnen das Wasser von den unzähligen Mesquite-Bäumen entzogen wird. Im hinteren Gebiet von Pahla Verde haben die Kuhreiher ihre Schlafbäume und die Turmfalken nisten hier in den Kronen der sehr alten Palmen. In den wärmeren Monaten kann man zahlreiche Skinke auf den Stein- und Felsplatten beobachten. Leider nimmt auch hier die Umweltzerstörung durch Menschenhand zu. Zahlreich werden die ältesten Bäume abgeholzt, um aus ihnen Grillkohle herzustellen. Bei so einer kargen Insel-Struktur sollten solche Biotope unbedingt erhalten bleiben!


DAS FLUSSBETT DES RIO BEIRONA

Hinter Pahla Verde in Richtung Espargos, gegenüber von Murdeira Village, erstreckt sich das Flussbett des Rio BEIRONA. Von den Hochplateaus der Serra Negra werden zwei große Nebenarme durch Regenwasser eingespeist, um sich im weiteren Flussverlauf zu vereinigen. In diesem unteren, breiten und teilweise sehr tiefen Graben haben sich über Jahre viele verschiedene Pflanzenarten

angesiedelt. Ein sehr alter Bestand von Anabäumen, Mesquitebäumen, hohen Palmenhainen und ein einzelner Katappenbaum ragen neben den verschiedensten Kleinpflanzen hervor. Je nach Jahreszeit leben dort viele Insekten und Vögel im geschwungenen, kurvenreichen Flussbett.


DAS FLUSSBETT DES RIO DA MADAMA

In Richtung Espargos, hinter Murdeira Village auf der rechten Seite befindet sich ein sehr großes natürliches Auffangbecken des Rio da Madama. Diese Fläche steht nach starken Regenfällen wochenlang unter Wasser, wenn der Rio da Madama die Regenmassen von der Serra Negra zur Küste befördert.

In dieser Zeit ist es ein echtes Eldorado für die umliegende Vogelwelt. Das untere sehr breite Flussbett weist eine ganz andere Vegetation auf, als das anschließende obere. Im unteren Teil wachsen sehr hohe Gräserarten, Tamarisken und salzverträgliche Pflanzenarten, wogegen im oberen Flussbett ausschließlich Mesquitebäume und vereinzelte Palmen das Landschaftsbild bestimmen. Der Rio da Madama hat sich im Laufe der Jahre einen tiefen Graben durch den Kalksandstein gebannt. Die seitlichen Hänge sind von Sandsteinplatten gesäumt. Auf den oberen Plateaus sind noch kleine eingefallene Häuser aus Naturstein vorhanden, die Insektenwelt ist die gleiche wie in Pahla Verde.

Auch in diesem Flussbett wachsen drei Pilzarten, nur der Pflanzenbewuchs unterscheidet sich vom vorigen Flussarm.