RUND UM DAS ÖSTLICH GELEGENE PEDRA DE LUME

STEIN UND FEUER

Das Dorf Pedra de Lume liegt an der östlichen Atlantikküste. Wenn man aus westlicher Richtung von Espargos die einzige Hauptstrasse bis zum Ortsmittelpunkt, wo die kleine weiße Kapelle steht herabfährt, erblickt man südlich die langgezogene Baia da Prada. Ein kleiner Strandabschnitt ist dem Dorf vorgelagert, genauso wie der folgende geschützte Hafen mit seinen typischen Fischerbooten. Östlich erscheint eine hügelige Vulkanlandschaft mit der 173 Meter hohen Erhebung direkt an der Küste. Schaut man in nördlicher Richtung, erblickt man im Hintergrund die beiden hohen Berge der Insel vor dem größten Vulkankrater mit ca. 900 Metern Durchmesser.

Da das Kraterinnere unterhalb des Meeresspiegels liegt ist hier eine natürliche Saline entstanden, die später dann zur kommerziellen Nutzung ausgebaut wurde. Überall in Pedra de Lume kann man noch alte Reliquien aus der damaligen Zeit sehen, in der der Salzabbau noch florierte.

PEDRA DE LUME DIE KLEINE URTÜMLICHE ORTSCHAFT MIT IHREM BESONDEREN CHARME

Wenn man von Espargos aus die letzte Anhöhe herunter fährt, erscheint die kleine Ortschaft an der Ostküste des Atlantiks. Hier ist die Zeit bis auf wenige neue Bauten stehen geblieben. Der Mittelpunkt der Ortschaft ist die kleine Kirche. Um sie herum sind immer noch die alten Natursteinhäuser, Lagerhallen und hölzernen Masten der Seilbahn mit der entsprechenden Verladestation in der sanften Hügellandschaft eingebettet. Viele alte Reliquien, wie die alten Lastkähne (Stahlboote), Seilbahnmasten mit der anschließenden hölzernen Verladestation zum Hafen hin sind Zeugen der Vergangenheit, in der noch ein reger Salzabbau in der Saline stattgefunden hat. Heute lebt ein großer Teil der ansässigen Kapverdianer vom Fischfang. Der kleine geschützte Hafen von Pedra de Lume liegt direkt hinter einem vorgelagerten felsigen Hügel. Schaut man von diesen herab auf das Gesamtbild der Ortschaft, fühlt man diese einzigartige und faszinierende Atmosphäre des Ortes. Zum Wochenende trifft sich die Dorfgemeinschaft am kleinen Sandstrand zum gemeinsamen Schwimmen und Grillen. Das einzig neuere Gebäude im Ort ist die Schule, wo die Kinder bis zur 6 Klasse ihrer Schulpflicht nachgehen. Eine neu geplante Apartmentanlage gehört der Vergangenheit an. Nur einige Bauruinen zeugen davon. Richtig Leben kommt nur in die Ortschaft, wenn die Touristen die angegliederte Saline im Vulkankrater besichtigen.

DIE EINZIGARTIGE SALINE VON PEDRA DE LUME

Von Kraterwänden umschlossen liegt unterhalb des Meeresspiegels die damals noch natürliche Saline. Der größte Vulkankrater der Insel hat ca. 900 Meter Durchmesser. Zwei Drittel des Kraterrandes sind gut begehbar. Nur auf der westlichen Seite erheben sich die Wände höher und bilden einen Kamm, der von allen anderen Seiten gut wahrzunehmen ist. Um Anno 1804 wurde der Kraterrand auf der südlichen Seite durchbrochen und um 1919 nochmals eine Absenkung für die Seilbahn vorgenommen. Diese beförderte vom Inneren des Kraters das Salz bis zur Verladestation am kleinen Hafen. Von dort wurde es mit kleineren Transportkähnen zu den großen Schiffen gebracht.

Die natürliche Saline im Krater wurde vom Gründer Senhor Manuel Martins Velho zu kommerziellen Zwecken total umgestaltet. Sie funktioniert wie alle Meerwassersalinen nach dem Verdunstungsprinzip: diese werden mit Meerwasser gefüllt, welches verdunstet und so das Salz freigibt. Mit einem gravierenden Unterschied: diese Saline wird nicht von Menschenhand befüllt, sondern durch einsickerndes Merreswasser von unten auf natürlichem Weg eingespeist.

Von 1805 bis 1980 wurde hier noch kommerziell Salz abgebaut. Dieses erfolgt heute nur noch, um den Kraterboden zu entlasten. Seit geraumer Zeit wurde sie für touristische Zwecke ausgebaut und nutzbar gemacht. Am schönsten erscheint die Saline mit ihren verschiedenen Salzeinfärbungen die durch vulkanische Mineralstoffe entstehen, am späten Nachmittag. Dann entfalten die roten, rosa und violetten Farbtöne neben dem Weiss ihre volle Brillianz.


DIE 173 METER HOHE ERHEBUNG AM PONTA TRÁS DO CAGARRAL

Diese langgestreckte, mit hunderten von Löchern versehene Erhebung hat an der Südspitze ihren höchsten Punkt von 173 Metern. Vom dortigen Vermessungsstein aus hat man einen Panoramablick auf Pedra de Lume, dem großen Vulkankrater mit der Saline und dem 5km entfernten Espargos, nach Süden auf die Baia da Parda bis nach Serra Negra runter, östlich auf Ponta Trás so Cagarral, im Norden den Morro Sal und den Monte Grande, sowie die dort verlaufende Küstenlinie bis zum Ponta de Casaca. Alle zugänglichen Seiten des Bergmassivs ragen steil nach oben. Die östliche Seite und ein Teil der nördlichen Seite fallen steil in den Atlantik ab. Um überhaupt auf die östliche Seite zu gelangen, wo sich eine der schönsten Meereseinbuchtungen befindet, muss man den Bergkamm passieren. Dies ist kein leichtes Unterfangen. Das ganze innere Bergmassiv ist wunderbar, Berg und die Bucht weisen filigranste und markanteste Felsstrukturen auf. Zum offenen Atlantik hin kann man die fantastische Steilküste bewundern, die auf beiden Seiten von ins Wasser ragenden Steilwänden begrenzt wird.


DER HUNDERTDREIUNDSIEBZIGER ODER AUCH DER FASZINIERENDSTE BERG VON SAL ?