Schnepfenvögel


Die Schnepfenvögel - Scolopacidae sind eine große Familie aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen -Charadriiformes. Sie enthält neben der Gattung der eigentlichen Schnepfen auch die Wasserläufer und die Strandläufer und viele mehr.

 Schnepfenvögel sind eine sehr vielgestaltige Gruppe. Der Schnepfentyp ist gekennzeichnet durch lange Beine und einen sehr langen Schnabel,der auch namensgebend ist. Beim Brachvogeltyp ist der Schnabel zudem kräftig abwärts gebogen. Außerdem gibt es den Wasserläufertyp mit mittellangem Schnabel und langen Beinen, den Strandläufertyp mit kürzeren Beinen und mittellangem

Schnabel sowie den kurzschnäbligen Steinwälzertyp.

Schnepfenvögel sind auf allen Kontinenten verbreitet. Die meisten Arten findet man in arktischen und gemäßigt-kalten Zonen der Nordhalbkugel. Dabei brüten einige Schnepfenvögel weiter nördlich als alle anderen Vögel. Der Lebensraum ist je nach Art extrem variabel. Gemeinsam ist allen Schnepfenvögeln aber der Bezug und die Nähe zum Wasser oder eines feuchten Untergrunds.

 Die meisten Schnepfen sind Zugvögel und zum Teil ausgesprochene Langstreckenzieher.


SANDERLING - Calidris alba - Fam: Scolopacidae - Kapverden: Pilrito Sanderlingo

Der Sanderling aus der Familie der Schnepfenvögel ist ein kleiner Wattvogel aus  der Gattung der Strandläufer. Er erreicht eine Körperlänge von 20-22 Zentimeter. Die Flügelspannweite beträgt 40-45 Zentimeter, bei einem Gewicht von ca. 45-65 Gramm.
Sichtung: Man sieht ihn oft in kleinen Trupps entlang der flachen Sandstände direkt am Meer, aber auch an allen stehenden Gewässern (Salinen) auf der Insel. Entlang der Spülsäume läuft er in typischen Laufschritt den abfließenden Wellen hinterher um Nahrung aufzunehmen. In den Salinen stochert er im seichten Wasser nach Nahrung. Gelege oder Jungvögel habe ich auf der Insel noch nicht gesichtet, obwohl er über das ganze Jahr hier vertreten ist. Die Aufnahmen entstanden im September 2017 in den Salinenbecken von Santa Maria.

REGENBRACHVOGEL - Numenius phaeopus - Fam: Scolopacidae - Kapverden: Maçarico Galego

Der Regenbrachvogel ist mit einer Spannweite um die 80cm viel kleiner als der Große Brachvogel. Auch sein Schnabel ist kürzer und der Oberkopf ist hell und dunkel gestreift. Er erreicht eine Körperlänge von 40-46 Zentimeter und wiegt dann 270-600 Gramm, je nachdem ob es sich um ein Weibchen oder Männchen handelt. Er hat relativ kurze Beine und einen kleineren, gleichmäßigen
gekrümmten Schnabel wie der Große Brachvogel. Der Scheitel ist auffallend dunkelbraun und wird durch eine helle, cremefarbene Mittellinie zweigeteilt. Der Langstreckenzieher überwintert auf der Insel regelmäßig.
Auf Sal kommt er zahlreich vor, mehr auf der südlichen Hälfte der Insel. Dort sieht man ihn an den langgezogenen Stränden, in den dortigen Salinenbecken oder in den Brackwasserbereichen der Kläranlagen. Bei Störungen steigt er unter schrillen Warnrufen auf, um sich in ausreichender Distanz wieder nieder zu lassen. Er ist wesentlich häufiger als der Große Brachvogel zu sehen .
Beim REGENBRACHVOGEL schauen im Flug, anders als beim Großen Brachvogel,  nicht die Beine heraus.

KAMPFLÄUFER - Ruff - Philomachus pugnax - Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Der Kampfläufer ist ein streng geschützter, knapp 30cm großer Schnepfenvogel aus der Paläärktis. Es sind Zugvögel aus Nordwesteuropa und überwintern zumeist im westafrikanischen Binnenland.
Die Männchen erreichen eine Körpergröße von 26-32 cm, mit einer Flügelspannweite von 55-60cm und einem Gewicht bis zu 230 Gramm. Die Weibchen sind auffallend kleiner als die meisten Männchen.
Der Kampfläufer liebt feuchte Gebiete, wie auf Sal den Brackwasserbereich am großen Klärwerk vor Santa Maria. Er überwintert auch auf den anderen Kapverdischen Insel wohl sehr regelmäßig. Auf SAL ist er relativ selten anzutreffen. Diese Aufnahme entstand am 20/2/2018.

BEKASSINE - Common Snipe - Gallinago gallinago - Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Die Bekassine ist eine sehr langschnäbelige, mittelgroße Art aus der Schnepfenfamilie, die in den Subtropen und Tropen überwintert. Sie erreicht eine Körperlänge von 25-27 cm. Die Flügelspannweite beträgt 123-144 cm. Sie hat eine ideale Tarnfärbung mit markanten Längsstreifen auf Kopf und Rumpf. Der Bauch ist im Unterschied zu anderen Arten ausgedehnt weiß. Die Bekassine kann sehr schnell fliegen, ein aufgeschreckter Vogel steigt mit Zichzackwendungen rasend schnell in die Höhe empor und lässt sich erst wieder in sehr weiter Ferne nieder. Einen Vogel, der sich an den Boden drückt, ist genauso wie die hier vorkommenden Wachteln nicht auszumachen. Die Bekassine überwintert bis
auf Höhe des Äquators in feuchteren Gebieten. Hier auf SAL ist dieser Vogel sehr selten zu sehen, wenn dann nur in den feuchteren Brackwasserbereichen der Insel. Dort entstand auch am 18/2/2018 diese Aufnahme.

UFERSCHNEPFE - Black-tailed Godwit - Limosa limosa - Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Uferschnepfen sind Langstreckenzieher die auch auf den Kapverden überwintern. Hier sieht man sie auf Feuchtwiesen und in den Brackwasserbereichen, auf der Insel Sal auch ab und zu in den vorhandenen Salinenbecken, vergesellschaftet mit anderen Schnepfenvögeln.
Sie eine große Schnepfenart / Wattvogel der eine Körperlänge von 35-45 cm aufweist, mit einer Flügelspannweite von bis zu 75 cm, bei einem Gewicht von 160 - 500 Gramm. Die Weibchen sind etwas kleiner und haben einen kürzere Schnabel wie die Männchen. Im Flug erkennt man sie sehr gut an ihrem weißen Schwanz mit schwarzer Endbinde. Im Schlichtkleid ist der Schnabel rosa mit schwarzer Spitze. Sie ist größer als die Pfuhlschnepfe, welche man
wesentlich öfters auf SAL antrifft. Diese Foto entstand am 9/2/2018 auf der Feuchtwiese vor der kleinen Kläranlage von Santa Maria.

PFUHLSCHNEPFE - Bar-tailed Godwit - Limosa lapponica, Fam: Schnepfenvögel - ScolopacidaE

Wesentlich kleiner als die auch hier zum überwintern herkommende Uferschnepfe ist die Pfuhlschnepfe, die in ihrem globalen Bestand bedroht ist. Sie erreicht eine Körperlänge von 37 bis 41cm und wiegen dann zwischen 230 und 360 Gramm. Auch Sie trifft man hier auf SAL so gut wie immer in den Brackwasserbereichen an, wobei sie ab und zu auch in die Salinenbecken 
der Insel zu beobachten ist. Ihr Schnabel ist leicht nach oben gebogen und hat auch kürzere Beine als die Uferschnepfe. Die Aufnahme entstand am 9/2/2018 am unteren Brackwasserbereich vor Santa Maria.

STEINWÄLZER - Arenaria interpres - Fam: Scolopacidae - Kapverden: Rola do Mar

Der Steinwälzer ist eine Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel. Er verdankt seinen Namen seiner speziellen Art der Nahrungssuche, bei der er Steine und Muscheln umdreht. Er erreicht eine Körperlänge von 22-24 Zentimeter, bei einer Flügelspannweite von 45-56 cm und einem Gewicht von 80-190 Gramm.
Sichtung: Man sieht ihn sehr häufig in kleinen und großen Trupps bei der Nahrungssuche. Hier bevorzugt er die Küstenabschnitte wo Felsen und Steine bis ins Meer reichen. Sehr oft ist er in den Salinen von Santa Maria zu sehen. Er sucht aber auch regelmäßig die Brackwasserstellen auf der Insel auf.
Mitte Februar fangen die Steinwälzer an, ihr winterliches Schlichtkleid abzulegen und zeigen sich dann immer mehr im neuen Prachtkleid auf der Insel.

FLUSSUFERLÄUFER - Common Sandpiper - Actitis        hypoleucos - Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Der Flussuferläufer ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel, die ausschließlich in der Paläarktis brütet und hier als Gast auf der Insel überwintert. Er erreicht eine Körperlänge bis zu 22cm, mit einer Flügelspannweite von bis zu 40cm und einem Gewicht bis zu 80 Gramm. Ihn kann man auf SAL an allen Brackwasserbereichen, Salinen und den verschiedenen

 

mit Steinen versehenden Küstenabschnitten bei der Nahrungssuche beobachten. Am Boden wippt und knickst er ständig mit dem länglichen Hinterkörper auf und ab,er kann bis zu 20 Sekunden unter Wasser tauchen und fliegt ausgezeichnet. Diese Aufnahme entstand am 29/1/2018 an der großen Kläranlage vor Santa Maria.

ROTSCHENKEL - Common redshank - Tringa totanus -       Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Der Rotschenkel ist ein Brutvogel über weite Bereiche Eurasiens. Zu seinen Lebensräumen gehören die mediterrane bis boreale Zone. Er erreicht eine Körperlänge bis zu 30cm und ist damit kleiner als der Grünschenkel, der auch hier vorkommt. Seine Flügelspannweite beträgt bis zu 65cm, bei einem
Gewicht bis zu 170g. Der schlanke Vogel hat einen mittellangen Schnabel und im Flug erkennt man Ihn gut an seinen weißen Flügelhinterrand. Er ist hier auf der Insel in allen Flachwasserbereichen anzutreffen. Meist vergesellschaftet er sich mit anderen Wattvögeln. In den Salinenbecken hat man gute Aussichten den Rotschenkel anzutreffen.

GRÜNSCHENKEL - Common greenshank - Tringa nebularia - Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae, Kapverden: Pena Verde

Der Grünschenkel ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel und brütet in der borealen Zone. Er erreicht eine Körperlänge bis 33cm, bei einer Flügelspannweite bis zu 70cm und wiegt bis zu 280g. Er ist somit größer und langbeiniger als der Rotschenkel. Er hat lange, graugrüne Beine und einen langen, kräftigen, leicht aufwärts gebogenen Schnabel. Er kann
schwimmen und auch tauchen und hält sich hier auf den vorgelagerten Riffplatten an den Küsten gerne auf. Aber auch im Brackwasserbereich und in den Salinenbecken trifft man Ihn an. Er überwintert hier auf SAL und ist ein richtiger Langstreckenzieher, der ab März wieder in sein Brutrevier zurückkehrt. Es soll dabei auch standorttreue Vögel geben, welche auf den Kapverden auch nisten.

DUNKLER WASSERLÄUFER - Spotted Redshank -      Tringa erythropus - Fam: Schnepfenvögel -  Scolopacidae

Der Dunkle Wasserläufer ist ein Vogel aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen und wird auch Dunkelwasserläufer genannt. Er erreicht eine Körperlänge von 29 - 33cm, bei einer Flügelspannweite von 47-53cm und einem Gewicht bis zu 250 Gramm. Hier im Schlichtkleid ist er graubraun gefärbt mit weißen Flecken, er kann deswegen schnell mit dem Rotschenkel verwechselt werden. Auf
SAL sieht man ihn viel in den Brackwasserbereichen und den Salinenbecken. Aber auch an den Küsten steht er meist bauchtief in flacheren, ruhigen Salzwasser. Auch er kommt hier zum überwintern auf die Insel, seine Brutgebiete liegen in Lappland und Sibirien. Er verlässt die Insel hier im laufenden
März.

BRUCHWASSERLÄUFER - Tringa glareola - Fam: SchnepfenVögel - Scolopacidae

Der Bruchwasserläufer ist ein eurasischer Vogel aus der Familie der Schnepfenvögel, er brütet in der gemäßigten und borealen Zone. Er erreicht eine Körperlänge von 19-21 Zentimeter, mit einer Flügelspannweite von 36-40 Zentimeter, bei einem Gewicht von 50-90 Gramm.
Er hat sehr große Ähnlichkeit mit dem Waldwasserläufer, ist aber dunkler als dieser. Man erkennt auch hier den Unterschied erst im Flug. Die Flügelunterseite des Bruchwasserläufers ist hell graubraun, die des Waldwasserläufers
aber fast schwarz. Wichtiges Merkmal am Boden sind beim Bruchwasserläufer 
der Verlauf des Augenschweifs, welcher weit hinter dem Auge entlang bis zum Nacken reicht, beim anderen endet er aber über dem Auge oder knapp hinter ihm. Hier auf der Insel Sal sieht man in oft an allen vorhandenen Brackwasserbereichen, selten an Küsten oder den Salinen. Oft sind zwei bis vier Vögel zusammen auf Nahrungssuche. Er gehört zu den Schnepfenvögeln die man nicht so oft zu Gesicht bekommt.

ZWERGSTRANDLÄUFER - Little Stint - Calidris minuta -    Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Der Sperlingsgroße Zwergstrandläufer ist eine monotypische Art aus der Familie der Schnepfenvögel und gehört weltweit zu den kleinsten Wattvögeln. Er brütet im Norden Eurasiens. Er erreicht eine Körperlänge von 12-14 cm, bei einer Flügelspannweite von 28-31cm und einem Gewicht von 20-30 Gramm. Er ist ein Langstreckenzieher der in größerer Zahl in Afrika überwintert.
Hier auf SAL sieht man ihn in den vorhandenen Salinenbecken, vergesellschaftet mit See- und Sandregenpfeifern, sehr oft. In den Brackwasserbereichen sieht man ihn nur selten und wenn dann nur vereinzelt bei der Nahrungssuche. Sehr gut kann man Ihn in den Salinenbecken von Santa Maria beobachten. Er gehört auch nicht zu den sehr scheuen Vögeln.
Auf den ersten Blick erkennt man Ihn zwischen den vielen Sanderlingen nicht sofort, auf den zweiten Blick sieht man, dass der Zwergstrandläufer ca. ein Drittel kleiner als der Sanderling ist. Beim genauen hinsehen fällt einem die geringfügige Färbung des Federkleids auf. Ein Exemplar hatte eine etwas dunklere Färbung, wogegen ein anderer Vogel sehr schell auch mit dem Sanderling verwechselt werden kann. Am12/2/2018 waren zwei Vögel im Brackwasserbereich.

SICHELSTRANDLÄUFER - Curlew Sandpiper - Calidris ferrugina - Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae

Der Sichelstrandläufer ist ein Brutvogel der Tundren Sibierens. Er erreicht eine Körperlänge von knapp 20cm, bei einer Flügelspannweite von etwa 35cm, mit einem Gewicht von 40-60 Gramm. Von seinem langen und deutlich nach unten gebogenen Schnabel rührt der Name, obwohl er kein Bestimmungsmerkmal ist. Im Schlichtkleid ist er schnell mit dem Alpenstrandläufer zu verwechseln, er ist aber hochbeiniger und geringfügig heller gefärbt und wesentlich ruhiger in seinen Bewegungen. Er ist ein Langstreckenzieher der auch verstärkt in Westafrika überwintert. Hier auf der Insel sieht man ihn regelmäßig in den Salinenbecken und an der Küste. Im Brackwasserbereich ist er nur ganz selten
anzutreffen. Ab Ende Februar wechselt er das Schlichtkleid gegen das Prachtkleid aus. Die größte Gruppe auf SAL umfasste 21 Vögel 2017/2018.

ALPENSTRANDLÄUFER - Dunlin - Calidris alpina -        Fam: Schnepfenvögel - Scolopacidae


GRAUBRUSTSTRANDLÄUFER - Pectoral Sandpiper- Calidris melanotos - Fam: Schnepfenvögel-Scolopacidae


Säbelschnäbler

Die Säbelschnäbler-Recurvirostridae sind eine Familie aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen-Charadriiformes. Sie sind in fast allen gemäßigten und tropischen Zonen der Welt verbreitet. Gekennzeichnet sind Sie durch einen langen Hals, lange Beine und einen langen schlanken Schnabel.
Dieser ist je nach Gattung entweder grade geformt oder deutlich nach oben gekrümmt. Sie sind hauptsächlich, aber nicht ausschließlich tagaktiv. Sie leben in kleineren bis großen Verbänden und bevorzugen offene Sumpflandschaften. Hier auf der Insel bevorzugen sie die vorhandenen Brackwasserbereiche und die Salinenbecken zur Nahrungssuche.

STELZENLÄUFER - Black-winged stilt - Himantopus himantopus - Fam: Recurvirostridae - Kapverden: Perna Longa

Der Stelzenläufer ist eine Vogelart aus der Familie der Säbelschnäbler. Auffälligste Merkmale des Stelzenläufers sind seine extrem langen roten Beine und der schwarze, nadelförmige gerade Schnabel.
Er erreicht eine Körperlänge von 33-36 Zentimetern. Hier auf der Insel brüten ab Juni/Juli vor der Regenzeit in der Nähe von stehenden Gewässern, vermehrt in den vorhandenen Salinen.
Viele Jungvögel sieht man später im Jungkleid mit den adulten Vögeln bei der Nahrungssuche in den vorhandenen stehenden Gewässern.

 

Sichtung: Hier auf Sal sieht man Ihn an allen stehenden Gewässern, egal ob in den Salinenbecken oder in den vorhandenen Brackwasserbereichen, nach Nahrung suchen. Er tritt dort in kleineren und größeren Gruppen auf, die aus Jungvögeln und erwachsenen Vögeln bestehen.

Regenpfeifer

Die Regenpfeifer-Charadriidae sind eine Familie der Vögel aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen-Charadriiformes. Regenpfeifer der weltweit verbreiteten Familie sind kleine bis mittelgroße Wattvögel, deren Beine relativ kurz oder mittellang sind. Charakteristisch sind ein kurzer Schnabel und bei vielen Arten ein kompakter, rundlich wirkender Körper. Insgesamt werden 63 Arten geführt, wovon sieben als gefährdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft werden.
Das Federkleid der Regenpfeifer ist meist in einer Kombination aus Grau- und Brauntönen, sowie schwarz und weiß gefärbt. Viele Arten sind in der Brutzeit wesentlich intensiver gefärbt, als während des restlichen Jahres. Sie besiedeln hauptsächlich offene Habiate in der Nähe von Wasserflächen.
Auf SAL sieht man Sie an den unterschiedlichsten Stellen, von den Brackwasserbereichen, Salinen und Küsten bis ins Landerinnere bei der Nahrungssuche. Es gibt innerhalb der Regenpfeifer sowohl Langstreckenzieher und Kurzstreckenzieher als auch standorttreue Arten. Auf SAL werden sehr häufig beringte Vögel gesichtet und gemeldet die zum Überwintern kommen. Der Seeregenpfeifer brütet hier auch meist ab September und zieht danach in Gewässernähe seine Jungen auf. Die vorhandenen Turmfalken jagen verstärkt auf die kleineren Regenpfeiferarten, aber auch der Wüstenrabe stellt den
Jungtieren nach.

SEEREGENPFEIFER - Kentish Plover - Charadrius alexandrinus - Fam: Charadrilidae - Kapverdischer Name: Borellho de Coldeira

Der Seeregenpfeifer ist ein Vogel aus der Familie der Regenpfeifer. Ein ausgewachsener Seeregenpfeifer wird 25-20cm groß, mit einer Flügelspannweite von 35-45 cm, bei einem Gewicht von 30-55g.
Das Brutareal auf der Kapverdischen Insel Sal ist die Küstenregion und an den beiden Salinen. Im offenen Gelände legt er hier Nistmulden im sandigen - steinigen Gelände an. Diese werden oft nur mit kleinen Steinteilchen ausgelegt. Er legt seine zwei bis drei Eier ab September dort hinein. Nach ca. vier Wochen schlüpfen die Jungvögel aus den Eiern.

 

Im Oktober sieht man dann vermehrt die Jungvögel mit ihren Eltern an den Wasserrändern nach Nahrung stochern. Die hiesigen Falken und Wüstenraben stellen den Jungvögeln massiv nach, so dass meist nur ein von drei Jungvögeln ins flugfähige Alter kommt.
Den Seeregenpfeifer sieht man auf der Insel sehr häufig an allen stehenden Wasserstellen oder direkt an der Küste.

AMERIKA-SANDREGENPFEIFER - Semipalmatus Plover -       Charadrius semipalmatus - Fam: Regenpfeifer


KIEBITZREGENPFEIFER - Pluvialis squalarola - Fam: Regenpfeifer-Charadriidae Portuiessich : Tarambola cinzentaKiebitzregenpfeifer im Schlichtkleid/Ruhekleid

Der Kiebitzregenpfeifer ist ein Wattvogel der ihn der Tundra brütet und als Langstreckenzieher auch in Afrika überwintert. Er erreicht eine Körperlänge von 26-29cm, bei einer Flügelspannweite bis 63cm.
Insgesamt ist die Art größer, gedrungener und langbeiniger als die anderen Regenpfeiferarten. Er hat einen dickeren Kopf und einen kräftigeren schwarzen Schnabel. Er erscheint hier auf der Insel im gräulich wirkendem  Schlichtkleid. Bestes Erkennungszeichen sind die im Flug zu sehenden schwarzen Achselfedern und die weiße Schwanzbinde. Auf der Insel vergesellschaftet er sich gerne mit anderen Kiebitzregenpfeiferarten, bevorzugt hier die Brackwasserbereiche und sucht auch die Salinenbänke zur Nahrungssuche auf. Ansonsten ruht er sich gerne in Gewässernähe auf trockenen, sandigen Böden aus.Oft trifft man Ihn einzeln an, aber auch kleine Gruppen von bis zu sechs Vögeln sind keine
Seltenheit.

SANDREGENPFEIFER - Ringed Plover - Charadrius hiaticula - Fam: Regenpfeifer - Charadriidae

Der Sandregenpfeifer sieht seinem Verwandten, dem Flussregenpfeifer, sehr ähnlich. Er ist allerdings größer und kräftiger. Er erreicht eine Körperlänge von 18-20cm, bei einer Flügelspannweite von 40-45cm und einem Gewicht von 40-80 Gramm. Er besitzt ein breites schwarzes Halsband die Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung. Er besitzt orangefarbene Füße an dem man
in sehr gut zwischen anderen Regenpfeiferarten erkennen kann. Er überwintert hier auf SAL in wesentlich geringerer Stückzahl wie der Seeregenpfeifer ,mit dem er sich gerne vergesellschaftet. In den flacheren Salinenbecken und auch im Brackwasserbereich ist er anzutreffen. Im Landesinneren trifft man Ihn im Gegensatz zum Seeregenpfeifer nicht an. Auch brütende Exemplare wurden noch nicht auf SAL gesichtet.

WANDERREGENPFEIFER - American golden Plover - Pluvialis dominica - Fam: Regenpfeifer - Charadriidae

Der Wanderregenpfeifer überwintert relativ häufig auf den Kapverdischen Inseln, hier auf der Insel Sal ist er zum dritten Mal gesichtet worden.

 

Kommentar vom Ornithologen Eduardo Garcia del Rey:

 

" 100% well don Uwe Thom !!!! 3 Record for Sal,25th for Capo Verde"

 

Der Wanderregenpfeifer wird auch kleiner Goldregenpfeifer, Amerikanischer Goldregenpfeifer und Prärie-Goldregenpfeifer genannt. Er weist einen kiebitzähnlichen Körperbau auf. Er trägt hier sein winterliches Schlichtkleid. Am Boden ist er zu dieser Zeit sehr schwer von den anderen hier vorkommenden Regenpfeiferarten zu unterscheiden. Er ist ein wenig bräunlicher gefärbt als der mehr gräuliche Kiebitzregenpfeifer. Seine bräunlichen Rückenfedern sind nur leicht goldfarben umrandet. Ab Ende/Februar tritt die Goldfärbung im Gefieder immer mehr hervor. Im Flug lässt er sich erheblich besser von den anderen Arten unterscheiden. Er hat keine weiße Schwanzbinde oder gar ersichtliche Merkmale in der Achselregion, sondern weist eine grau-braune Unterseite auf. Hier findet man Ihn fast ausschließlich im Brackwasserbereich, seltener an den Küsten

 

oder Salinenbecken.

Meeresvögel

Als Meeresvögel oder Seevögel bezeichnet man Vogelarten,die mit ihrer Lebensweise überwiegend an das Meer gebunden sind. Insgesamt weisen 275 verschiedene Arten eine Anpassung an das Leben auf dem Meer auf. Typische Meeresvögel sind beispielsweise Röhrennasen, zu denen die Albatrosse zählen, die in besonderer Weise an ein ständiges Fliegen über dem Meer angepasst sind. Sie nutzen die Aufwinde über den Wellen, die Ihnen über längere Zeit Auftrieb verleihen.

LACHMÖVE - Black headed gull - Chroicocephalus ridibundus -Fam: Möven - LaridaE

Diese kleine Mövenart besiedelt weite Teile der nördlichen Paläärktis. Sie brüten in den Verlandungszonen größerer Gewässer vor allem im Binnenland, zunehmend auch an den Küsten. Sie erreichen eine Körperlänge von 35 - 39cm, bei einer Flügelspannweite von 86-99cm und einem mittleren Gewicht um die 300Gramm. Nur im Prachtkleid ist der Kopf dunkel schwarzbraun, im
Schlichtkleid sind nur die Augenregion und der Ohrbereich schwärzlich gefärbt.
Hier auf der Insel Sal ist sie ein seltener Gast, der dann an der Südküste auf Nahrungssuche geht.Als Ruheplatz wählen sie gerne das große Salinenbecken direkt in Santa Maria, ansonsten holt sie sich am Steg regelmäßig die weggeworfenen Fischabfälle die auf dem Wasser treiben.

MITTELMEERMÖWE - Yellow-legged Gull - Larus michahellis - Fam: Möwen - Laridae


HERINGSMÖWE - Lesser Black backed Gull - Larus fuscus - Fam: Möwen - Laridae


BRANDSEESCHWALBE - Sandwich tern - Thalasseus sandvicensis - Fam: Seeschwalben -Sternidae


WEISSBAUCHTÖLPEL - Brown Booby - Sula LeucogasterFam: Tölpel - Sulidae

Der Weißbauchtölpel ist ein gänsegroßer Seevogel aus der Familie der Tölpel in der Familie der Ruderfüßer. Er erreicht eine Körperlänge von 65-75 cm, bei einer Flügelspannweite von 130-150 Zentimeter und wiegt zwischen 900g- und 1,5 Kilogramm. Sein Körper ist stromlinienförmig, wie für einen Tölpel typisch. Er jagt über dem Meer nach Fische und Merrestiere, aus einer Höhe von bis zu
3 Metern stößt er senkrecht hinab ins Wasser um die Beute mit seinen langen, zugespitzten Schnabel zu packen. Er ist ein Stoßtaucher der auch hervorragend tauchen kann. Bis zu einer Zeit von 40 Sekunden kann er unter dem Wasser verweilen. Hier auf der Insel sieht man Sie meist aus westlicher Richtung die Küste entlang fliegen. Sie bevorzugen oft die südliche Küste zum Jagen.
Nach der Jagd ruhen Sie oft schwimmend auf dem Meer, um dann wieder von neuem zu jagen. Bis zu fünf Vögel wurden schon gleichzeitig über dem Meer gesichtet.

ROTSCHNABEL-TROPIKVOGEL - Phaethon aethereus - Fam: Phaethontidae - Kapverden: Rabo de Junco

Dieser Vogel aus der Ordnung der Tropikvögel zeichnen seine extrem verlängerten Schwanzfedern aus. Seine Schwimmfähigkeiten sind recht schlecht und auch die Landeversuche in seinen Ruhe- und Bruttstätten sehen sehr tölpelhaft aus. Dafür verfügt er über herausragende Flugfähigkeiten. Er erreicht eine Länge bis 61 Zentimeter, die Schwanzwimpel eingerechnet bis zu 96 cm.   Bei den Jungvögeln sind die verlängerten Schwanzfedern noch stark verkürzt. Seine Flügelspannweite beträgt bis zu 112 Zentimeter. Er brütet hier an den Steilküsten.

 

Sichtung: Auf der Insel kann man Ihn an drei verschiedenen Stellen antreffen: An der westlichen Steilwand des Monte Leão sowie an den Steilküsten der Serra Negra und Furna do Bejon. Die größte Population hält sich in Furna do Bejon im Nordosten auf. Die Vögel haben in den Steilwänden ihre Zufluchtsstätten, die nach Bedarf angeflogen werden. Diese Höhlen und Spalten dienen einerseits als Ruhe- und Schlafplatz, andererseits auch als Nist- und Brutstätte. Sie bieten den Vögeln auch einen idealen Schutz vor Fressfeinden. Der hiesige Fischadler ist einer davon. Den größten Teil des Tages verbringen die Vögel auf dem offenen Atlantik oder fliegen an den Steilküsten entlang.